Ausgleichsflächen für den Windpark

Naturschutz: Vereinbarung mit Windfarm AG

St.Vith/Neundorf

Seit Ende 2011 drehen auf der Emmelser Heide die fünf Windkraftanlagen des Windparks Emmelser Heide.

 

Teil der Globalgenehmigung zum Betrieb des Windparks war es, dass die Stadtgemeinde St.Vith ökologische Ausgleichsflächen, insbesondere als Rückzugsgebiet für den Rotmilan, bereitstellen musste.

 

 

Kein leichtes Unterfangen, das im übrigen bereits vor Inbetriebnahme des Windparks im Herbst 2011 im St.Vither Stadtrat auf zum Teil heftige Kritik gestoßen war: „»Das ist eine unerhörte Forderung von Organisationen, deren Mitglieder nicht demokratisch gewählt sind«, hatte das damalige Stadtratsmitglied Klaus Jousten seinerzeit gepoltert.

 

Zwei Hektar pro Windrad mussten ausfindig gemacht werden.

 

Anders sah es Paul Bongartz, der den Naturschutzverbänden eine kooperative Einstellung bescheinigte.

 

Wie auch immer: In der vergangenen Woche konnte die Vereinbarung durch einen einstimmigen Beschluss des Stadtrates unter Dach und Fach gebracht werden. „Insgesamt mussten wir zwei Hektar Ausgleichsflächen pro Windrad ausfindig machen“, erläutert der für Land- und Fortwirtschaft zuständige Schöffe René Hoffmann. Hierzu wurde ein Vertrag über 25 Jahre zwischen der Stadtgemeinde und der Betreibergesellschaft Windfarm AG abgeschlossen. Sie betreffen Ländereien „Auf der Bins“ sowie im „Moosvenn“ bei Neundorf.

 

In dem Vertrag ist festgehalten, dass die Gemeinde eine Entschädigung von 0.74 Euro pro Quadratmeter für ein 84 Ar großes Grundstück „Auf der Bins“ erhält, das der späten Mahd unterworfen werden muss. Ferner werden die betroffenen Landwirte bzw. Pächter des Gemeindelandes durch die Windfarm AG entschädigt. Für den Unterhalt des Wiesenstreifens wird den Landwirten die Pachtgebühr zurückerstattet. Zusätzlich erhalten sie eine Entschädigung von 1.000 Euro pro Hektar. Die Landwirte verpflichten sich im Gegenzug, einen Randstreifen von 25 Metern erst nach dem 1. Juli abzuernten. Allerdings muss auch dann ein Randstreifen von mindestens sechs Metern verschont bleiben, der erst im September gesäubert werden darf. „Generell ist die Bewirtschaftung dieses Randstreifens nur zwischen dem 1. Juli und dem 31. Oktober erlaubt“, so René Hoffmann.

 

Ebenfalls Teil der Vereinbarung ist, dass die Gemeinde eine fünf Hektar große Parzelle im „Moosvenn“ in Neundorf zum Preis von 16.000 Euro an die Windfarm AG veräußert. Die Fläche wird von der Windfarm anschließend an die Naturschutzvereinigung Natagora-BNVS übertragen. (arco)