Theater in Emmels 2014 - "Natur Pur"

Gleich zweimal Geburtstag gefeiert

 

 

Vogelgezwitscher und der Duft des Waldes: Das ist Natur pur. Aber nicht im Wald, sondern auf der Theaterbühne im Saal Feyen.  Dort feierte nämlich die Emmelser Theatergruppe ihr 10 jähriges Bühnenjubiläum.  Nach einer kurzen Erinnerung an die Anfänge und den Werdegang der Emmelser Theatergruppe von 2004 bis 2014 durch Alexandra Eicher, bedankten sich die Spieler bei den vielen Helfern hinter den Kulissen.

Schließlich öffnete sich der Vorhang, und im ausverkauften Saal wurde es still. 

 

Die Theatergruppe Emmels hatte anläßlich ihres 10 jähriges Bühnenjubiläums zur Auführung des Luststückes: Natur Pur von Bernd Gombold eingeladen.

 

 

Zunächst wurde selbst gedrehtes Video mit den Vorbereitungen zu Omas Geburtstagsfeier in der Waldhütte gezeigt. 

 

Die gewiefte Oma Maria (Daniela Schmitz) hat ihre drei ach so unterschiedlichen Kinder zur Geburtstagsfeier in die alte Waldhütte eingeladen. Alles soll so harmonisch werden wie früher.  Doch drei so unterschiedliche Charaktere sorgen für viel Konfliktstoff.

 

Rudi, das stotternde bequeme Muttersöhnchen, überzeugend gespielt von Gerhard Spoden, interessiert sich nur fürs Essen. 

 

Die geizige Johanna (Lydia Hannen), die alle nur herumkommandiert, hätte lieber preiswerter gefeiert.

 

Werner Jetzen,  einer der Wenigen, die sich im Wald sichtlich wohl fühlen, spielt sich dank seiner spontanen Art als Erich in die Herzen und ins Zwerchfell der Zuschauer. 

 

Erich hat aber unter seiner hysterischen Frau Charlotte (Ingrid Colles) zu leiden.  Sie will nur eines: schnell weg, um im Hotel hoch zu Ross mit Champagner und Häppchen feiern zu können.

 

Tochter Christine, lebendig gespielt von Judith Cremer, versucht die Wogen zu glätten und wünscht sich nichts sehnlicher als die Anwesenheit ihres ach so beschäftigten Freundes Torsten.

 

Der wird verkörpert durch Jo Willems.  Mal präsentiert er sich als liebevoller Freund Christines und mal als teuflischer, skrupelloser Immobilienmakler.   Mit seiner originellen Tanzeinlage bringt er den Saal schließlich zum Kochen. 

 

Als die gute Oma plötzlich mit einem 50.000-Euro-Bündel winkt und niemand so recht weiß, wo das viele Geld herkommt, beginnt ein Kampf um Geld, Harmonie und die Möglichkeit, endlich aus diesem Wald heraus zu kommen. Plötzlich wollen  alle Omas Liebling sein, haben aber die Rechnung ohne die dubiosen Personen gemacht, die nun im Wald auftauchen und scheinbar alle hinter dem Geld her sind:

 

Als eigenwilliger Schmetterlingsfänger strapaziert zunächst  (Josef Perée), die Lachmuskeln des Publikums und die Nerven der Familie.

 

Erst gegen Ende des Stückes wird klar, dass der gut gebaute  Hartmut, den Ralf Gennen verkörpert, weder ein Einbrecher noch ein getarnter Polizist ist, sondern ein einfacher Waldarbeiter, der in der Hütte sein Frühstück deponiert hat. 

 

Schließlich bringen noch der vermeintliche Polizist Tom (Peter Theiss)

 

und die schokoladensüchtige Walkerin Carola Kugel (Anne-Marie Hönders) Bewegung ins Spiel.

 

 

Das Publikum lachte und fieberte mit den Akteuren, denen die Rollen auf den Leib geschrieben waren. Peter Theiss, der zusammen mit Daniela Schmitz die Regie innen hatte, durfte schließlich nach einer kurzen Besprechung mit der Jury den Verbleib in der Ehrenklasse verkünden. Die Freude war unüberhörbar. Seit Mitte Oktober  leiteten die beiden die Proben, die kurz vor der Premiere sogar jeden Tag bis spät in die Nacht stattfanden.

 

Das Ergebnis war ein spritziges Stück, hinter dem zwar viel Engagement und Arbeit stand, dem man aber vor allem den Spaß aller Spieler am Theater anmerkte. Der Applaus am Ende galt allen Akteuren.  Hier stimmte einfach alles: von der optimalen Besetzung der Rollen bis hin zur lebendige Gestik und Mimik, die manchem offensichtlich schon in Fleisch und Blut übergegangen war, bis hin zu liebevollen Details beim Bühnenbild und der Saaldekoration, gestaltet von Helmut Hahn und den fleißigen Bühnenbauern.

 

Mit viel Applaus dankte das Publikum den Akteuren für diese Aufführung.