Interview mit Rallye-WM-Teilnehmer Thierry Neuville

 

„Rallye fahren wollte ich schon immer“

Ein Blick in die Vergangenheit: Thierry Neuville in seiner ehemaligen Schule.
Autogrammjäger im Klassenraum.

Ein Blick in die Vergangenheit: Thierry Neuville in seiner ehemaligen Schule.

Autogrammjäger im Klassenraum.

Emmels

Der Rallyefahrer Thierry Neuville besuchte kürzlich seine ehemalige Grundschule in Emmels und stand den Schülern des 5. und 6. Schuljahres Rede und Antwort.

 

 

Wie alt waren Sie, als Sie mit dem Rallyesport angefangen haben?

Angefangen habe ich mit 18 Jahren. Man muss einen Autoführerschein haben. Den bekommt man erst mit 18 und danach habe ich dann zügig damit angefangen.

Was hat Sie dazu gebracht, Rallye zu fahren?

Ich denke, das kann Euer Lehrer Euch bestätigen: Ich war immer Fan von Autos und besonders vom Rallyesport - meine Freunde in der Schule eigentlich auch. Irgendwie hatte ich dann das Glück, dazu zu kommen. Ich wollte immer Rallyefahrer werden, aber das kostet anfangs ein bisschen Geld und ist nicht ganz einfach.

Hatten Sie ein Vorbild?

Vorbilder auf jeden Fall. Wir hatten hier in unserer Gegend mal einen Rallyefahrer, Bruno Thiry aus Lommersweiler. Das war mein Vorbild und eine große Motivation für mich. Weil er es geschafft hatte, wusste ich, dass man es schaffen kann.

Wollten Sie als Kind schon Rallyefahrer werden?

Ja, immer. Seitdem ich vier Jahre alt war. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich in diesen kleinen Freundschaftsbüchern immer geschrieben habe, dass ich Rallyefahrer werden will. Und bis jetzt funktioniert das eigentlich ganz gut.

Wie sind Sie Rallyefahrer geworden?

Ende 2007, Anfang 2008 habe ich an einem Wettbewerb für 18 bis 21-jährige Talente in Belgien teilgenommen. Hier konnte man die Teilnahme an der belgischen Meisterschaft, die aus sechs Rennen bestand, gewinnen. Ich habe den Wettbewerb gewonnen und so bin ich dann zum Rallyefahren gekommen. Seitdem geht es jedes Jahr Schritt für Schritt weiter.

Was haben sie vorher gemacht?

Zuerst war ich hier in Emmels in der Schule, dann habe ich mein Abitur in Mechanik in St. Vith gemacht. Danach habe ich 2,5 Jahre in Luxemburg gearbeitet. Das letzte Halbjahr war sehr schwierig, weil ich da schon sehr viel durch meinen Rallyesport unterwegs war. Irgendwann musste ich meine Arbeitsstelle dann aufgeben und hatte dann nur noch Zeit zum Rallye fahren.

Was würden Sie machen, wenn Sie kein Rallyefahrer geworden wären?

Eine gute Frage. Wahrscheinlich würde ich noch immer in Luxemburg arbeiten. Vielleicht hätte ich auch schon den Beruf gewechselt und würde jetzt etwas mit Autos machen - was mich ja schon immer interessierte.

Haben Sie auch Freizeit und Ferien?

Freizeit habe ich auch. Heute zum Beispiel ist so ein Tag, an dem ich mehr Freizeit habe. Weil ich schon so viel unterwegs bin, versuche ich doch pro Woche ein bis zwei Tage freizuhaben. Das ist zwar nicht immer möglich, aber ich bin eigentlich gut organisiert und somit klappt das doch meistens. Ich nehm mir dann Zeit für mich und meine Freundin: Wir unternehmen dann etwas zusammen. Wenn ich länger frei habe, versuche ich in Ferien zu fahren, dahin wo schönes Wetter ist.

Muss man als Rallyefahrer auch etwas von Automechanik verstehen?

Muss man nicht unbedingt. Es ist aber hilfreich. Ich kenne Fahrer, die von der Mechanik relativ wenig Ahnung haben. Ich habe aber zu Hause schon immer gerne an Fahrrädern, Gokarts, Mofas oder Autos geschraubt und kenne mich deshalb ziemlich gut aus.

Haben Sie Zeit für Besichtigungen an Rallyeorten z.B. in Argentinien?

Wenn wir nach Mexiko, Argentinien oder Neuseeland fahren, dann hat man immer eine Zeitverschiebung von fünf oder zehn Stunden. Da muss der Körper sich zuerst dran gewöhnen, sonst ist man tagsüber müde und nachts kann man nicht schlafen. Deshalb fahren wir immer früh genug dahin und versuchen an einem Tag die Städte zu besichtigen. Aber so richtig Urlaub ist das nicht.

Würden Sie auch gerne einen anderen Motorsport ausüben?

Nein, das hat mich eigentlich nie so sehr interessiert. Die F1 oder der Motor GP sind auch schön, haben mich aber nie so sehr interessiert. Man muss dafür auch schon sehr früh als kleines Kind mit Kart anfangen. Das habe ich nicht getan und deshalb wäre der Einstieg in die F1 für mich nicht möglich gewesen.

Muss man sich während einer Rallye auch an Verkehrsregeln halten?

Eigentlich schon. Eine Rallye besteht aus mehreren Wertungsprüfungen, also Streckenabschnitten, wo wir auf Zeit fahren und dann haben wir wieder die normalen Straßenabschnitte, die wir befahren bis zur nächsten Wertungsprüfung. Auf diesen Straßenabschnitten müssen wir uns an die Verkehrsregeln halten. Wir dürfen auch keinen Helm anhaben und müssen uns wie ganz normale Autofahrer verhalten. Es kommt auch schon mal vor, dass wir dann von Verkehrskontrollen angehalten werden, weil wir zu schnell waren. Dann gibt es eine Strafe. Weil ich als Rallyefahrer den Führerschein haben muss, muss ich besonders gut aufpassen, denn ohne Führerschein darf ich bei der nächsten Rallye nicht mitfahren.

Wo wohnen Sie bzw. wo würden Sie gerne wohnen?

Noch wohne ich hier in Emmels. Aber wo würde ich gerne wohnen? Es gibt viele schöne Orte. Aber jedes Mal, wenn ich von einer Rallye nach Hause komme und die Sonne scheint, denke ich, dass wir in einer tollen Gegend wohnen. Wir haben alles, was wir brauchen. Wenn ich das mit verschiedenen anderen Ländern vergleiche, können wir alle froh sein, dass wir hier alles haben. In Argentinien zum Beispiel geht es vielen Menschen nicht so gut, die Leute sind viel ärmer, nicht jeder hat ein Auto. Die Menschen haben viel weniger als wir. Also können wir glücklich sein, dass wir hier alles haben und es uns gut geht. Eigentlich würde ich gerne hier bleiben. Später, wenn ich mal viel Geld verdienen sollte, könnte ich mir vorstellen, irgendwo anders zu wohnen.

Fahren Sie auch im normalen Straßenverkehr schnell?

Hier und da fahr ich mal zu schnell - das kann vorkommen. Aber ich muss immer versuchen aufzupassen, denn ich brauche ja meinen Führerschein für die nächsten Rallyes. Es ist mir auch schon passiert, dass ich zu schnell durch eine Ortschaft gefahren bin oder die Polizei mich angehalten hat, aber wie gesagt: Ich muss da immer gut aufpassen.

Wie verständigt man sich zwischen den Fahrern?

Die Hauptsprache ist Englisch. Es sind jedoch auch viele französischsprachige Fahrer dabei. Ich habe Französisch sehr schnell gelernt und kann mich gut mit ihnen verständigen. Das meiste passiert in Englisch, auch die Interviews mit den Journalisten.

Würden Sie sich als berühmt bezeichnen? Werden Sie erkannt? Schreiben Sie gerne Autogramme?

Berühmt? Ich würde jetzt nicht berühmt sagen. Natürlich ist der Bekanntheitsgrad in Belgien oder in Frankreich gestiegen. In Ländern wie Mexiko oder Argentinien, die den Rallyesport sehr verfolgen, wird man natürlich erkannt. Hier in unserer deutschsprachigen Gemeinschaft, wo jeder jeden kennt, ist es kein Problem für mich. Autogramme schreiben kommt oft vor, das gehört halt zu dem Beruf als Rallyefahrer. Manchmal ist es lästig, wenn man gerade keine Lust dazu hat, aber es ist nun mal unser Job.

Gibt es zwischen den Fahrern der WM Freundschaften oder sind es Konkurrenten?

Es gibt Konkurrenten, wo weniger Freundschaften bestehen, aber es gibt auch Fahrer, mit denen man sich gut versteht und mit denen man sich außerhalb der Rallye auch mal trifft oder etwas unternimmt. Ich denke bei der F1 gibt es eine größere Konkurrenz, da alle zusammen auf einer Strecke fahren. Die Fahrer können sich touchieren oder gegenseitig raus schießen. Beim Rallyesport ist das nicht so: Jeder fährt nur gegen sich selbst und gegen die Zeit. Dadurch gibt es weniger Probleme zwischen den Fahrern, sondern eher Freundschaften und gute Kontakte.

Hatten Sie schon schwere Unfälle?

Eher wenige. Mein größter Unfall war 2009 in Flandern, wo ich mich ein paarmal überschlagen habe. Mein Beifahrer und ich sind dabei im Krankenhaus gelandet. Mein Beifahrer hatte eine Wirbelverletzung. Ansonsten ist bis jetzt alles gut ausgegangen. Wir hatten natürlich schon größere Unfälle mit höheren Geschwindigkeiten, haben aber noch nie schlimmere Verletzungen davongetragen.

Bis zu welchem Alter kann man Rallye fahren?

Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Einige Rallyefahrerkonkurrenten sind 38 oder 39 Jahre alt. Sebastian Loeb, der neunfache Weltmeister ist in diesem Alter und hört nun mit dem Rallyesport auf. Ich denke mit 40 Jahren ist eine Grenze erreicht, da sollte man aufhören. Wenn ich mit 35 Jahren erfolgreich war, glaube ich, würde ich aufhören.

Was halten Sie von Ihren Fans?

Darauf kann ich stolz sein. Ich habe eine Familie und auch Freunde, die sich zusammengesetzt haben und einen Fanclub gegründet haben. Sie sind sehr motiviert, sie arbeiten sehr viel und sehr hart. Mittlerweile sind wir schon über 400 Mitglieder, worauf ich sehr stolz bin. Der Fanclub organisiert auch Supporterreisen. Das ist sehr kostenaufwändig und mit sehr viel Arbeit verbunden, deshalb können nicht immer alle an diesen Reisen teilnehmen. Nach Mexiko z.B. sind zwei Fans mitgefahren. In Argentinien waren keine Fans dabei, aber ansonsten sind es immer zwischen zehn oder zuletzt in Deutschland sogar 150 Mitgliedern. Da wird dann z.B. ein ganzer Campingplatz angemietet, es wird alles organisiert vom Essen übers Zelt bis zum Fernseher für die Liveübertragungen. Das ist natürlich mit sehr viel Organisation verbunden. Das können die aber alle gut und jeder bemüht sich.

Können Sie als Rallyefahrer die Zurufe der Fans hören? Sieht man sie überhaupt, wenn man mit 110km/h vorbeirast?

Das hängt von der Kleidung ab. 2009 hatten die Fans noch gelbe Jacken, die ich dann überall gesehen habe. Mittlerweile sind es rote und schwarze und die fallen weniger auf. Wir haben auch eine Supportfahne. Wenn die über die Strecke gespannt ist, sehe ich sie. Die Leute kann ich aber nicht erkennen. Wenn so ein großes Treffen wie in Deutschland stattfindet, wo viele Fans dabei sind, versuche ich die Leute abends vor dem Rallyestart auf dem Campingplatz zu treffen und etwas mit ihnen zu erzählen. Manche kommen nämlich von weit her, manchmal aus anderen Ländern oder es sind Leute, die ich nicht kenne.

Fahren sie die East-Belgium-Rallye 2013?

Die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Bisher habe ich noch keine Antwort darauf gefunden. Ich muss mal schauen, wann sie stattfindet und wenn ich Zeit habe, würde ich schon gerne versuchen mit am Start zu sein. Das ist jedoch nicht in meinem Programm vorgesehen, deshalb müsste ich mich selber darum kümmern um halt ein Fahrzeug und ein Team zu finden. Zusätzlich muss ich dann das Budget überprüfen, denn wenn so etwas nicht vorgesehen ist, muss man zusätzliche Sponsoren suchen. Also kann ich jetzt noch keine Antwort geben. Wenn es zeitlich möglich ist, würde ich gerne mit am Start sein.

Wer ist der größte WM-Favorit?

Bis jetzt war es immer Sebastian Loeb, ein Franzose. Dieses Jahr ist es wieder ein Franzose Sébastien Ogier, der mit dem VW Polo die erste Saison fährt. Das Auto scheint gut zu funktionieren. Sébastien Ogier hat in den letzten Jahren schon bewiesen, dass er gut unterwegs ist und schon viel Erfahrung bei Citroën sammeln konnte. Im Moment liegt er an der WM-Spitze und daher hat er gute Chancen Weltmeister zu werden.

Wie bereitet man eine Rallye vor?

Das fängt schon immer früh an. Wenn eine Rallye zu Ende ist, dann fangen die Vorbereitungen für die nächste schon an. Für meinen Beifahrer sind die Vorbereitungen sehr wichtig. Er bekommt vom Team und von den Veranstaltern sehr viele Dokumente zugeschickt, die er dann bearbeiten muss z.B. wichtige Sachen markieren. Damit ist er ganze drei bis vier Tage beschäftigt. Meine Arbeit besteht hauptsächlich darin, Videos der Etappen zu schauen, um die Strecken so gut wie möglich zu memorieren. Auch werden die Onboard-Videos des letzten Jahres ausgewertet, um zu schauen, wo man noch Sekunden gewinnen könnte. Auch schaue ich die Wetterberichte, um mich auf die jeweiligen Bedingungen einzustellen. Vor jeder Rallye haben wir entweder in Frankreich, Spanien oder Portugal einen Tag Zeit mit unserem Rennauto Testfahrten zu machen, um es perfekt einzustellen.

Was geht Ihnen kurz vor der Rallye durch den Kopf?

Das hängt davon ab. Es gibt Rallyes, bei denen man sich Chancen ausrechnet, für die man sich super vorbereitet hat und versuchen will von Anfang an Gas zu geben. Hier ist man bis zum Start der ersten Wertungsprüfung sehr angespannt. Bei anderen Rallyes, bei denen es nur darauf ankommt, sicher anzukommen, ist die Nervosität nicht so groß, aber man weiß auch, dass man die Konzentration immer hochhalten muss. Vor dem Start ist man vor allem damit beschäftigt, sich zu konzentrieren. Es gehen einem aber auch verschiedene Dinge durch den Kopf: Was kann passieren? Hoffentlich habe ich keinen Plattfuß! Wo muss ich aufpassen?

Haben Sie manchmal Angst?

Nein, Angst habe ich eigentlich selten. Wenn man Angst hat, darf man nicht im Rallyesport unterwegs sein. Man sollte aber Respekt vor den Gefahren haben, in den Bergen gibt es z.B. Abhänge, die 300 - 400 Meter tief sind. Hier muss man besonders aufpassen und kann nicht einfach so drauf losfahren. Man darf sich auf keinen Fall überschätzen und denken, dass es schon gut geht. Man muss immer konzentriert bei der Sache sein.

Wer bezahlt den Schaden der Unfälle?

In den ersten Jahren musste ich einen Teil der Versicherungskosten der Autos übernehmen, aber seitdem ich Profi bin, habe ich mit den Kosten nichts mehr zu tun!

Wie kann man Rallyefahren üben?

Das ist sehr schwierig. Auf der Straße darf man nicht schnell fahren, da kann man nicht üben. Man braucht das Talent dazu und das richtige Gefühl. Später kann man dann seine Kenntnisse auf abgesperrten Strecken üben und neue Sachen ausprobieren.

Wie ist das mit der Bezahlung? Gibt es Preisgelder, Prämien für gute Plätze? Ist die Bezahlung immer gleich?

Immer gleich ist sie nicht. Es gibt bei der Rallye auch keine oder nur ganz niedrige Preisgelder. Wir Rallyefahrer werden von einem Autohersteller eingestellt (letztes Jahr fuhr ich für Citroën, die zwei Jahre davor bei Peugeot dieses Jahr für Ford) und bezahlt. Da gibt es dann zusätzlich noch mal Prämien, wenn man unter die ersten drei oder fünf kommt. Das hängt aber auch davon ab, wie man seinen Vertrag ausgehandelt hat.

Welches Erlebnis aus ihrer Karriere werden sie nie vergessen?

Im Jahre 2011 habe ich im Peugeot bei der IRC zwei tolle Siege einfahren können. Wir haben um jede Sekunde gekämpft und gewannen mit zwei Sekunden Vorsprung gegen unseren Konkurrenten in San Remo.

Hatten Sie sich einen besseren Platz in Argentinien vorgestellt? War ein besserer Platz möglich?

Ein viel besserer Platz war für uns nicht möglich. Für uns hieß es nur die Rallye möglichst bis zum Ende durchzufahren, keine Probleme mit dem Fahrzeug zu haben, denn die Strecken waren sehr anstrengend für das Auto und so kann sehr schnell etwas kaputt gehen. Deshalb sind wir nicht zu schnell gefahren und der 5. Platz war besser als erwartet.

Wo war das schwerste Rennen?

Letztes Jahr in Portugal hatten wir ein schweres Rennen. Es hatte so viel geregnet, dass man die Strecken kaum erkennen konnte, alles stand unter Wasser, die Scheibenwischer gingen nicht schnell genug. Wir sind bei diesem Rennen auch ausgefallen, weil wir beim Durchfahren einer großen Pfütze unser Auto beschädigten.

Wird nach einer Rallye gefeiert?

(Lachen) Das hängt natürlich vom Resultat ab. Bei einem guten Ergebnis wird gefeiert. Wenn die Rallye sonntags zu Ende ist, fliegen wir erst montags wieder nach Hause. Dann gehen wir am Sonntagabend mit den Mechanikern und den anderen Fahrern ein Glas trinken. Während der Rallyewoche hat man keine Freizeit, man ist die ganze Woche beschäftigt. Wir stehen morgens früh um 5-6 Uhr auf und bereiten uns oft bis 22 oder 23Uhr abends auf die Rallye vor. Dann sind wir ganz froh, wenn wir am Ende der Woche etwas Zeit haben.

Können Sie sich an ein Schulerlebnis erinnern?

Ich kann mich erinnern, dass wir mit der Emmelser Schule zum Meer waren, was mir gut gefallen hat und wo wir uns gut amüsiert haben. In der Schule in St. Vith haben wir Studienreisen unternommen. Das waren schöne Erfahrungen, die ich nicht vergesse.

Haben Sie andere Sportarten betrieben? Und jetzt?

Ja, Sport ist sehr wichtig. Um sich konzentrieren zu können, muss der Körper fit sein. Ich versuche - wenn möglich - jeden Tag Sport zu machen. Heute habe ich schon Krafttraining gemacht und nachher will ich noch Rad fahren. Während der letzten Jahre wurde ich von der belgischen Federation unterstützt d.h. mehrere Fahrer zusammen hatten einen Trainer, mit dem wir einmal in der Woche trainierten. Jetzt mach ich das alleine. Ich weiß, was gut und wichtig für mich ist. Zusätzlich besuche ich ein bis zweimal im Jahr meinen Ernährungsberater, der mich genauer untersucht und mir einen Plan aufstellt. Daran sollte ich mich dann halten. Ich darf z.B. nur einmal im Monat Fritten essen, was für mich als Belgier nicht ganz leicht ist.

Gab es ein Lieblingsfach in der Schule?

Eigentlich habe ich nie gerne Schule gehabt und war nicht sehr motiviert. Mein Lieblingsfach in der Sekundarschule war Mathematik.

Wie viele Reifen brauchen Sie pro Saison?

Die Reifen sind sehr teuer und pro Rallye limitiert. In Argentinien hatten wir 24 weichere Reifen für regnerisches Wetter und 16 härtere für trockene Straßen zur Verfügung. In einem Jahr schätze ich verschleißen wir 300 Reifen pro Fahrzeug. Einer dieser Reifen kostet 320 Euro, die jedoch von einem Reifenhersteller zur Verfügung gestellt werden. Driften Sie viel beim Rallyefahren?

Auf Schotter oder Dreck driften wir viel. Auf Asphalt verliert man zu viel Zeit damit, da ist es besser, so gerade wie möglich zu fahren.

Bevor Thierry Neuville noch viele Autogrammwünsche erfüllte, überreichte unser Lehrer ihm noch alte Schulfotos und seinen Vortrag aus dem Jahre 1999 mit dem Thema... Rallye.